
Die CubaBoarischen: "Is denn des ned a Lebn?"
Bereits seit einiger Zeit macht die Musikformation „Die CubaBoarischen" von sich reden. Kein Wunder, denn so ungewöhnlich die Kombination aus vertrauten bayerischen Takten und exotischen Klängen auf den ersten Blick anmuten mag, hier prallen nicht zwei Welten aufeinander, sondern verbinden sich zu einem bunten Klangteppich, der vor allem eines ausdrücken soll: Lebensgefühl pur. Und darunter versteht man hierzulande oftmals nichts anderes als „Gemütlichkeit", in Kuba wiederum als „comodidad" bekannt - wenn das nicht ganz kommod zusammenpasst?
Das dachte sich auch die Truppe rund um Hubert Meixner von den „Vagener Dorfmusikanten", welche sich schon als „Tanzlmusi" mit echter Volksmusik einen Namen gemacht haben. Während einer Reise nach Kuba entdeckten die acht Musiker ihre Liebe zu karibischen Rhythmen, und seitdem hat die einzigartige, vielgestaltige Musikszene, die Kuba bietet, sie nicht mehr losgelassen. Wie kann es auch anders sein, schließlich fliegt die komplette Gruppe nun Jahr für Jahr dorthin, um mit Einheimischen zu spielen, von ihnen zu lernen, und immer neue Anknüpfungspunkte zur traditionellen bayerischen Musik zu finden. Das Ergebnis dieser Erkundungsfahrten in die Neue Welt wollte man sich selbst in der Deutschen Botschaft in Havanna nicht entgehen lassen, wo die Vagener schon mehrmals ihr Können bewiesen haben.
Spätestens seit dem Kultfilm „Buena Vista Social Club" haben sich kubanische Veteranen ebenso wie Nachwuchsmusiker weltweit in die Herzen von Jung und Alt gespielt. Was ist so faszinierend an dieser Musik? Als „Kubanische Musik" werden verschiedenste Musikstile bezeichnet, deren Wurzeln zumeist in der Klangwelt afrikanischer Sklaven liegen. Diese Kulturtraditionen hielten sich auch nach der Abschaffung der Sklaverei, und zusammen mit Fandango oder Walzer, welche die europäischen Einwanderer aus ihren Heimatländern mitbrachten, entfaltete sich jene Reichhaltigkeit an Rhythmen, Instrumenten und Musikrichtungen, welche die größte der karibischen Inseln zum Inbegriff eines musikalischen El Dorado werden lies. Dass Havannas Straßen aus blanker Not heraus als nostalgischer Probenraum dienen, wo Chevrolets, Cadillacs und verfallende Prachtbauten von besseren Zeiten künden, mag die Kehrseite der Medaille einer einmaligen Mischung aus karibischer Leichtigkeit und morbidem Charme sein, welche Kuba zum real existierenden Mythos macht.